L.I.T.: Sie waren im Alter von dreiundzwanzig Jahren einer der jüngsten
Interior Designer Deutschlands und absolute Avantgarde: Lange vor ihren Kollegen brachten
Sie die Postmoderne ins Interieur...
Chris Velten: Wenn man sich den damaligen Markt betrachtet, war ich ihm zwanzig Jahre voraus.
Die Leute hatten damals in den Achtzigern das Altbackene auf breiter Ebene satt und
genügend Willen und Geld für Neues. Man mußte nur zeichnen können und wissen, wo
Mailand lag, um sich Inspiration zu holen.
L.I.T.: Später stiegen Sie in die Photoszene ein, photographierten People und Porträt, ein Genre, das als schwierig gilt. War es denn so wie Sie es in Ihrem Buch beschreiben?
Chris Velten: Ich denke, ich kann das Milieu realistisch darstellen. Jede Form von Bildnis, also auch das geschriebene, ist ja auch mit dem Antrieb verbunden, Perspektiven einzusetzen: Mein Ziel ist stets, neben künstlerischen und technischen Finessen auch das psychologische Profil
meiner Figuren überzeugend zum Ausdruck zu bringen.